Ankündigung der Kampagne “Gegen Ausbeutung und Unterdrückung: Eine Frauenbewegung für uns!”

Gegen Ausbeutung und Unterdrückung: Eine Frauenbewegung für uns!

Warum diese Kampagne und was wir mit ihr erreichen wollen

Die Notwendigkeit der Kampagne:„Gegen Ausbeutung und Unterdrückung: Eine Frauenbewegung für uns!“ wurde ersichtlich nach einer Analyse der sogenannten feministischen Bewegung heute, vor allem in unserer unmittelbaren Umgebung. Unsere Kritik dieser Bewegung beginnt mit einem hauptsächlichen Widerspruch. Auf der einen Seite sehen wir den scheinbaren Siegeszug des Feminismus überall in der liberalen bürgerlichen Gesellschaft: im bürgerlichen Bildungssystem, ausgehend sogar von Banken und großen Unternehmen wie H&M. Auf der anderen Seite scheitert die feministische Bewegung in Deutschland und den meisten anderen imperialistischen Ländern völlig, Frauen*, insbesondere den am meisten unterdrückten Frauen, die notwendige Unterstützung und politische Ermächtigung zu gewährleisten, die diese brauchen, um sich zu wehren und bereits heute konkrete Siege gegen das Patriarchat zu erstreiten. Diese zwei widersprüchlichen Aspekte gilt es zunächst getrennt voneinander zu verstehen, ehe ein Ausweg vorgeschlagen werden kann.

*Mit Frau meinen wir die marxistische Definition des Begriffs, also eine sozial-konstruierte Kategorie, die sich aus der Klassengesellschaft entwickelt hat. Dieses historisch-materialistische Konzept lehnt vulgäre Anschauungen von Gender und biologischem Geschlecht ab.

In der Klassengesellschaft lebt jeder Mensch in einer bestimmten Klassenlage, und es gibt keine Ideen, die nicht den Stempel einer Klasse trügen.

– Mao Zedong, Über die Praxis (1937)

Mainstream „Feminismus“: Das Patriarchat in Verkleidung

Bei der Analyse des weit verbreiteten Phänomens des „Pop-Feminismus“ auf marxistische Weise, also bezogen auf seine tatsächliche Rolle in der Produktion und Reproduktion des Kapitals auf dem Terrain der Klassengesellschaft, zeigt sich, dass es sich im wesentlichen um die oberflächlichste Manifestation bürgerlichen, liberalen „Feminismus“ handelt. In dieser „feministischen“ Strömung ist das Maß allen Fortschritts die Position von Frauen generell, unabhängig von ihrer Klasse, innerhalb bürgerlicher Institutionen. Selbst in diesen eingeschränkten Bedingungen gibt es noch viel zu tun. Allerdings ist selbst so ein beschränkter Sieg nur relevant für eine kleine Elite hauptsächlich weißer Frauen. Proletarische Frauen werden als Arbeiterinnen nach wie vor besonders ausgebeutet, weil es das ist, was der Kapitalismus-Imperialismus natürlicherweise tut: Er schafft und erhält systematisch verletzliche Gruppen im Proletariat, dem Semi-Proletariat und der Bauernklasse weltweit, um maximale Ausbeutung und somit maximale Anhäufung von Profit zu ermöglichen.

In der Praxis bietet der liberale Feminismus einer kleinen Gruppe privilegierter Frauen eine Möglichkeit, sich als Symbol des Fortschritts in die Spitze einiger Institutionen des patriarchalen Imperialismus zu integrieren, während die Frauen der Arbeiter_innenklasse und unterdrückten Nationen am unteren Ende des selben, patriarchalen, imperialistischen Systems weiterhin immer unsichereren Verhältnissen, Belästigungen und Gewalt ausgesetzt sind. Diese imperialistische Dynamik findet ihre schärfste Zuspitzung an den Frontlinien der anti-imperialistischen Kämpfe, wo die Imperialisten und ihre Kettenhunde ihre Bereitschaft beweisen, systematisch von Vergewaltigung, Mord und sogar Zwangssterilisierung gegen Frauen Gebrauch zu machen, die in die Quere potenzieller Profite kommen. Es ist allerdings klar, dass der Widerstand von unterdrückten Frauen sich nicht ewig in Schach halten lässt. Daher existiert der liberale Feminismus als zynische Antwort der herrschenden Klasse auf den unermüdlichen Kampf der Frauen für Befreiung. In den letzten Jahrzehnten haben die Imperialisten beschlossen, Frauen in ihren eigenen Reihen zu fördern, ob im Staat und seinen Wahlparteien, ihren Institutionen ideologischer Abrichtung wie den Universitäten, in Unternehmenshierarchien und selbst beim Militär. Nun kann jede Frau mit ausreichenden Privilegien einen Platz in diesem patriarchalen System, Seite an Seite mit Männern finden und Frauen auf Sozialhilfe schikanieren, patriarchale Ideologie reproduzieren, Arbeiterinnen ausbeuten oder sogar andere Frauen unter Militärbesatzung misshandeln. Wenn man dieses Phänomen auf globaler Ebene versteht, zeigt sich, dass der liberale Mainstream-Feminismus in Wahrheit gar kein Feminismus ist, sondern lediglich ein Instrument für die Integration der neoliberalen Interessen einer kleinen Minderheit von Frauen in einen stärkeren patriarchalen Imperialismus. In der Praxis ist sein Zweck, die internationale Solidarität der Arbeiter_innenklasse in der Frauenbewegung zu brechen, indem er an die Interessen vornehmlich weißer, bürgerlicher und kleinbürgerlicher Frauen appelliert, um weiterhin maximale Profite zu sichern,

Die Krise des feministischen Aktivismus

Allerdings ist das oben beschriebene nur ein Teil der sogenannten „feministischen“ Bewegung heute. Es gibt eine bessere Seite, die aus kleinen Gruppen engagierter, moralisch-motivierter Aktivist_innen besteht, die das Niveau der Bewegung über den liberalen Feminismus heben wollen, um das System zu kritisieren, in dem wir leben. Während wir im bürgerlichen Mainstream-Feminismus einen Feind vor uns haben, streiten wir im Falle der Aktivist_innen-Szene mit wohlmeinenden Individuen, denen die Klassenperspektive fehlt, die Voraussetzung für kritisches Denken und echten Wandel ist.

Die Geschichte zeigt uns, dass die Frauenbewegung nur wirklich dazu in der Lage war, diese Gesellschaft zu transformieren, wenn sie in der breiteren Arbeiter_innenbewegung verwurzelt war, welche eine Führungsrolle in den großartigsten Kapiteln der Menschheitsgeschichte übernahm. Als Beispiele seien die russische Revolution oder die Große Proletarische Kulturrevolution genannt. Tragischerweise hat die Entwicklung der feministischen Bewegung einen langen, verschlungenen Pfad über „Radikal-Feminismus“, „Post-Modernen Feminismus“ (sowie weniger bedeutende Trends) genommen, um sich selbst von der proletarischen Bewegung abzutrennen. Obwohl Radikaler Feminismus und Post-Moderner Feminismus teils große Differenzen haben und sich der eine teilweise aus Kritiken am anderen entwickelt hat, teilen sie zwei praktische Aspekte: Gender-Seperatismus und den Rückzug in die Universitäten. Der zahnlose feministische Aktivismus heute ist großteils das Resultat dieser zwei Faktoren.

Auch wenn der Gender-Separatismus seinen Höhepunkt in den Tagen des Radikalen Feminismus erlebt hat, hat er als Dogma feministischer Organisation bis heute überlebt. Selbstverständlich muss die Frauenbewegung aus Frauen bestehen, aber sie muss auch konkrete Verbindungen mit den Kämpfen des Proletariats und der unterdrückten Nationen schaffen, um eine relevante Kraft in der Ära des imperialistischen Kapitalismus zu sein. Patriarchale Unterdrückung entsteht aus der aktuellen Produktionsweise. Einfach Männer als die Quelle des Patriarchats zu sehen und sich auf dieser Basis zu organisieren, beweist ein sehr oberflächliches Verständnis des Patriarchats.

Der Gender-Separatismus hat sich mit dem stetigen Rückzug des Feminismus in die Universitäten vereint, um die feministische Bewegung noch machtloser zu machen. Wenn die Frauenbewegung mit dem internationalen Kampf es Proletariats verbunden ist, sehen wir, wie Frauen sich selbst organisieren, streiken und zur Waffe greifen. Selbst in den Zeiten des radikalen Feminismus, war das Niveau an Militanz und Wagemut noch relativ hoch. Mit dem vollendeten Rückzug in die Unis und der vollständigen Trennung von der Arbeiter_innenklasse, hat die Zementierung des kleinbürgerlichen Bewusstseins der Aktivist_innen ihre Praxis und Ziele verändert. Ob es offen eingestanden wird oder nicht, die hauptsächliche Arbeit des gender-separatistischen, studentisch geprägten feministischen Aktivismus heute beschränkt sich darauf, „Safe Space“ für Frauen zu schaffen. Die Organisation dreht sich um das Schaffen unterschiedlicher sicherer Orte entweder auf dem Campus oder hauptsächlich um Studierende, verbunden mit einer Kampagne für irgendeine progressive Reform. Nicht gerade überraschend, mangelt es diesen Bemühungen an der notwendigen Massenmobilisation, um die notwendige Reform zu gewinnen, und alles was passiert ist Safe Space. Sichere Orte sind ein legitimes Bedürfnis für Frauen, die unter dem Patriarchat überleben, aber die Beschränkungen und Nebenwirkungen dieser Praxis können nicht übersehen werden; Es gibt keinen sicheren Ort für die Textilarbeiterin in Bangladesch, die sich fragt, wann wohl die Fabrik über ihrem Kopf zusammenstürzt, für die indische Feldarbeiterin, die nach wiederholten Vergewaltigungen durch ihre Vorgesetzten die Entscheidung fällt, sich einer Hysterektomie zu unterziehen, um zukünftig wenigstens nicht mehr schwanger zu werden, für die Palästinenserin, die jedes mal, wenn sie ihre Besorgungen macht fürchten muss, von bewaffneten Besatzern belästigt zu werden. Unter dem gewalttätigen, patriarchalen Staat und dem Imperialismus existiert kein tatsächlicher Safe Space für irgendeine Frau auf der Welt außer denen, die in den obersten Schichten der herrschenden Klasse gesichert sind. Nur privilegierte, kleinbürgerliche studentische Aktivist_innen können sich die Illusion leisten, sie würden tatsächlich etwas sicheres für Frauen schaffen. Die Kosten dafür sind, dass sie der brutalen Realität, die hauptsächlich nicht-weiße Frauen aus der Arbeiter_innenklasse und den unterdrückten Nationen betrifft den Rücken kehren. Für diese ignorierten Frauen einzustehen ist das unsicherste, was eine Aktivistin tun kann. Es bedeutet, sich einem Kampf auf Leben und Tod gegen den Imperialismus zu stellen.

Gender-Separatismus und der Rückzug in die Universitäten haben erfolgreich den feministischen Aktivismus von der Mehrzahl der Frauen getrennt, für die er behauptet zu kämpfen und ihn in etwas verwandelt, das hauptsächlich für die eigenen Aktivist_innen und ihre Subkultur existiert. Sie haben den Feminismus aus den Kämpfen des Proletariats und der unterdrückten Nationen entfernt und in ein kleinbürgerliches Setting verfrachtet, das der Realität des Imperialismus und der Notwendigkeit seiner Bezwingung ignorant gegenübersteht. Daher findet sich die feministische Bewegung in einer Krise wieder: Bestenfalls fordert sie einige fortschrittliche Reformen vom patriarchalen, imperialistischen Staat, aber da sie in keiner Position ist um für den Kampf an die Massen der Frauen zu appellieren, scheitert sie. Gleichzeitig stärkt sie die Tendenz des liberalen Feminismus gegen internationale und proletarische Solidarität bedingt durch ihre eigene kleinbürgerliche Perspektive. Beide dieser Strömungen enden dem Neoliberalismus untergeordnet, da es ihnen an der Imagination mangelt, mehr als nur ökonomistische Forderungen zu stellen, die im globalen Rahmen nur einer kleinen Minderheit von Frauen dienen und dabei die Realität von Klasse ignorieren. Selbst wenn die Grundrechte von Frauen bedroht sind, ist die aktivistische Antwort für gewöhnlich darauf beschränkt, unmittelbare Kämpfe zu führen, statt sich mit der internationalen Frauenbewegung zu verbinden und für ein langfristiges revolutionäres Ziel zu koordinieren.

Ein Neubeginn

Aufbauend auf dieser Beurteilung gibt es nur wenig zu retten in der feministischen Bewegung in der BRD. Vielleicht würden einige Aktivist_innen, die den kleinbürgerlichen Ideen in der Bewegung kritisch gegenüberstehen irgendwann ein revolutionäres Projekt iniziieren, aber passiv darauf zu warten wäre ein schädlicher Akt für unsere Klasse. Die konter-revolutionären Errungenschaften des Revisionismus und Neoliberalismus haben Ressentiments gegen die Arbeiter_innenklasse überall gefestigt, auch im Feminismus, und sie werden nicht von allein verschwinden. Die einzige Lösung ist der Aufbau einer neuen Bewegung, deren politische Linie zu Frauen spricht, die die Revolution durchführen wollen, d.h. Arbeiterinnen und Frauen aus unterdrückten Nationen. Für diese Frauen gibt es keine feministische Bewegung in der BRD.

Die allererste Notwendigkeit für dieses Projekt ist zu wagen, konkret zu sein; Mut zu haben, Freunde und Feinde offen zu benennen, revolutionäre Ziele zu haben und konkrete Schritte einzuleiten, um sie zu erreichen. Die Zweideutigkeit abstrakter radikaler Phrasendrescherei und möglichst breiter movementistischer Politik dient nur als Versteck für antiproletarische Opportunist_innen, die jede proletarische Position beseitigen wollen.

Lasst uns also konkret sein: Der Kern der neuen Frauenbewegung muss sich aus Arbeiterfrauen und Frauen der unterdrückten Nationen zusammensetzen. In der sozio-ökonomisch segregierten BRD sind nahezu alle Frauen aus unterdrückten Nationen auch Arbeiterinnen und stellen den am meisten ausgebeuteten Teil des Proletariats. Diese Frauen mussten ihre Heimat in erste Linie aufgrund des Imperialismus verlassen und kamen in die BRD, um die am schlechtesten bezahlten Jobs zu machen, die sonst keiner haben will. Diese Frauen sind der revolutionäre Kern, um den sich die gesamte Klasse mobilisieren lässt. Ein Scheitern, die Bewegung bei diesen Frauen zu verankern bedeutet, keine Massenbasis für die Schaffung von Klassenbewusstsein zu haben, was zwangsläufig zu einer Entfremdung von den Massen und zurück zu kleinbürgerlichen Ideen führt. Deshalb ist eine klassenbewusste Arbeiterin uns 100 Studentinnen wert!

Mit diesen Frauen schaffen wir außerdem direkte Verbindungen zu den unterdrückten Nationen und ihren Kämpfen hier und im Ausland. Dies dient als Basis für die Entwicklung des proletarischen Internationalismus und letztendlich anti-imperialistischer Arbeit in Koordination mit revolutionären Männern und Frauen im Ausland.

Der Feind ist klar: der Imperialismus, die höchste Stufe des Kapitalismus und der Vorabend der sozialistischen Revolution. Niemand versteht die konkrete Bedeutung dieser Worte besser, als proletarische Frauen. Sie erleben den sterbenden Kapitalismus jeden Tag in einem Leben gezeichnet durch harte Arbeit und armselige Bezahlung, während ihnen meist nicht einmal zu Hause eine Ruhepause gegönnt ist. Oft genug wissen sie auch, was es bedeutet, imperialistische Gewalt zu erfahren und als niedere Menschen behandelt zu werden, wo sie auch hingehen. Ihre Verbündeten sind alle, die bereit sind, gegen den Imperialismus zu kämpfen, auch Männer, während das imperialistische Lager seinerseits keinen Mangel an Frauen hat. Geschlecht ist keine Trennungslinie zwischen Freund und Feind; wer sich mit der imperialistischen Bourgeoisie zusammenschließt ist ein Feind. Proletarische Frauen haben gar keine Zeit, sich vom feindlichen imperialistischen Staat und seinen verlogenen Parteien täuschen zu lassen, die ihnen Reformen versprechen. Sie wissen zu gut, dass sie in dieser Gesellschaftsordnung ganz unten stehen und verbleiben mit einem Gefühl der Ohnmacht.

Um das große revolutionäre Potential der proletarischen Frauen zu entfesseln, dürfen wir ihre Zeit nicht mit weiteren Täuschungen vergeuden. Wir müssen ihnen direkt helfen, die politische Ökonomie der Armut zu überwinden, die sie zu beschäftigt und arm hält, um sich zeit für politische Bildung und Aktivität zu nehmen. Wir müssen ihnen in ihren täglichen Kämpfen dienen, ihre Perspektive einnehmen und ihnen die notwendige Führung bieten, die sie brauchen, um die Wechselbeziehungen in ihren proletarischen Erfahrungen zu erkennen. Wir müssen ihnen praktische politische Fähigkeiten vermitteln, damit sie sich selbst durch revolutionäre Organisation und Tätigkeit ermächtigen können. Erst dann können proletarische Frauen beginnen, ihre eigenen Organisationen für gegenseitige Unterstützung, politische Bildung, revolutionäre Aktion und letztendlich Machteroberung ihrer Klasse zu schaffen.

Die Theorie für die politische Bildung proletarischer Frauen und die ideologische Basis für die neue Frauenbewegung ist der Proletarische Feminismus. Proletarischer Feminismus ist der einzige Feminismus, der bei der realen Weltsituation heute ansetzt: dem Imperialismus. Nur der Proletarische Feminismus kann die Aufgaben revolutionärer Frauen bis zur klassenlosen Gesellschaft darlegen. Proletarischer Feminismus bietet zwar keinen Fahrplan, der uns den Weg zur Frauenbefreiung bereits heute zeigt, aber als eine dielaktisch-materialistische, praxisorientierte Theorie, bietet er die Basis und grundlegende Strategie für seine ständige Weiterentwicklung durch den Kampf, für den Kampf.

Die erste Aufgabe für den Aufbau dieser Bewegung ist die Schaffung proletarisch-feministischer Führung mit ausreichendem ideologischem Niveau, praktischer Erfahrung und Disziplin, um den Aufbau der Bewegung fortzuführen. Eine Bewegung ohne proletarische Führung ist unfähig, auf eine Art und Weise zu handeln, die das politische Niveau der Massen über die spontansten und ökonomistischsten Forderungen hebt. Ohne Führung gibt es keine klare Strategie, Ziele, selbst Kohärenz. Nachtrabpolitik und das Aussterben der spontanen Bewegung sind unumgänglich. Nur proletarisch-feministische Führung kann zu den Massen gehen, ihre Ideen und Probleme konzentrieren und mit einem klaren, für sie relevanten Plan zu ihnen zurückkehren. Daher müssen wir zunächst an die fortschrittlichsten Frauen unserer Klasse appellieren, sie politisch aktivieren und ideologische Kämpfe mit ihnen führen, um eine erste Generation revolutionärer, proletarisch-feministischer Kader zu schaffen, um die Frauenbewegung vorwärts zu tragen.

Gegen Ausbeutung und Unterdrückung: Eine Frauenbewegung für uns!“: Vereinigt die Proletarisch-Feministische Avantgarde

Mit unserer Kampagne planen wir, eine potenzielle proletarisch-feministische Führung aus zwei einander überlappenden Gruppen zu sammeln: Frauen aus der Arbeiter_innenklasse und Frauen aus unterdrückten Nationen. Für Arbeiterinnen muss Propaganda ihre Lebensrealität widerspiegeln, sie als Teil des Proletariats identifizieren und die Verbindung zum Kapitalismus als ausbeuterisches System herstellen. Für Frauen aus den unterdrückten Nationen muss Propaganda die Realität des Imperialismus auf eine Weise kommunizieren, die sie in Verbindung mit ihrer eigenen Unterdrückungserfahrung bringen können. Aus unseren sozialen Untersuchungen geht hervor, dass anti-imperialistische Ideen auch weit verbreitet unter Frauen und Männern sind, die nicht aus unterdrückten Nationen stammen. Das bedeutet, dass expliziter Antiimperialismus auch einen fortgeschrittenen, aber angemessenen Einstiegspunkt für politische Interaktion mit den Massen generell darstellt.

Mit der korrekten Massenbasis und übereinstimmender Politik vermeiden wir die Fallgrube der Problemcharakteristiken von so vielem feministischen Aktivismus heute: die Entwicklung von entfremdeten Gruppen privilegierter, hauptsächlich weißer Frauen aus dem Mittelstand, die in kleinbürgerlichem Denken gefangen sind, die nicht mehr tun können, als beim patriarchalen imperialistischen Staat um einige nette Reformen zu betteln. Feminismus muss aufhören, ein Ding des Privilegs zu sein, er muss proletarisch und eine echte politische Kraft werden, indem er sich in den Massen verwurzelt und eine führende Rolle in der proletarischen Weltrevolution einnimmt.

Die Kampagne „Gegen Ausbeutung und Unterdrückung: Eine Frauenbewegung für uns“ wird lang und intensiv sein und aus vielen Phasen bestehen. Ihre Ziele sind klar:

1. Die Initiative durch die Massenarbeit ergreifen, um Frauen aus der Klasse bei jeder Möglichkeit politisch zu aktivieren.

2. Wurzeln unter Frauen aus dem Proletariat entwickeln durch Präsenz dort, wo sie leben und direkte Unterstützung in ihren Kämpfen gegen die politische Ökonomie der Armut.

3. Die Entwicklung und Verteidigung der proletarisch-feministischen Linie gegen bürgerlichen und kleinbürgerlichen „Feminismus“.

4. Die Grundlage, d.h. die Führung für zukünftige feministische Organisation schaffen.

TOD DEM IMPERIALISMUS UND DEM PATRIARCHAT!

ES LEBE DER PROLETARISCHE FEMINISMUS!

ES LEBE DIE PROLETARISCHE WELTREVOLUTION!

Advertisements

Flugblatt zum Proletarischen Feminismus

Auf der Gewerkschaftsdemonstration zum 1. Mai verteilten wir ein Flugblatt mit folgendem Text:

Viel Gerede, nichts dahinter – Wo ist der Feminismus für die Arbeiter_innenklasse?

Frauen werden im herrschenden kapitalistischen System tagtäglich unterdrückt. Sie erhalten weniger Lohn für die gleiche Arbeit, arbeiten besonders oft in schlecht bezahlten Berufen. Außerdem erwartet man von ihnen, dass sie den Haushalt machen, die Kinder großziehen und das alles neben dem Job, den sie machen müssen, weil sie die Kohle dringend brauchen. Als wäre das nicht genug, sind Frauen oft den schlimmsten Formen der Gewalt durch Männer ausgesetzt. Beim Feiern werden Typen übergriffig und müssen oft mit Schlägen zurückgewiesen werden. Auch der nächtliche Nachhauseweg ist oft ein Spießrutenlauf. Jedes Jahr werden in der BRD etwa 12.000 bis 13.000 Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung zur Anzeige gebracht, wobei die Dunkelziffer vermutlich deutlich höher ist.

Warum viele sich nicht trauen, die erfahrene Gewalt zur Anzeige zu bringen? Man schenkt ihnen allzu oft keinen Glauben oder behauptet, sie seien selbst schuld, weil sie so oder so gekleidet waren. Man macht Opfer zu Tätern und entscheidet viel zu oft: „Im Zweifel für den Angeklagten“.

Allein, dass das Opfer die Schuld des Täters beweisen muss und nicht der Täter seine Unschuld zeigt den verdorbenen Charakter dieses Systems.

Was aber ist die Ursache?

Die Ursache ist das Patriarchat, das heißt die Herrschaft der Männer über Frauen. Diese Form der Unterdrückung ist mittlerweile schon uralt und lässt sich zurückverfolgen bis zur Entstehung des Privateigentums. Bis heute hat sie sich erhalten und lebt weiter in unserer Kultur. Von Kindesbeinen an wird sie uns eingeimpft. Man sagt uns, Frauen seien nun mal Frauen und tut so, als ließe sich die Rolle der Frau biologisch erklären. Aber warum soll die Tatsache, dass man einen anderen Körper hat bedeuten, dass man sich um die Kinder kümmern muss, oder dass man weniger Lohn für die gleiche Arbeit bekommt?

Tatsächlich lässt sich dieses Phänomen folgendermaßen erklären: Der Kapitalismus erhält die patriarchale Kultur, weil er auf sie angewiesen ist. Er instrumentalisiert sie für die Reproduktion der Arbeitskraft, auf die er dringend angewiesen ist, indem er die Frau zur Hausarbeit verdammt. Als nächstes schenkt er ihr scheinbar ihre „Emanzipation“, indem er ihr ebenfalls gestattet, zu arbeiten. Tatsächlich ist diese angebliche „Befreiung“ nur dazu gut, noch mehr billige Arbeitskräfte auf den Markt zu werfen. Die Frauen sind doppelt unterdrückt durch Kapital und Patriarchat und bekommen oft weniger Lohn, weil man behauptet, sie könnten ihren Job nicht so effektiv machen wie Männer.

Was tun?

Die Unterdrückung der Frau ist eine Konstante des kapitalistischen Systems. Ob in den imperialistischen Zentren oder den Neo-Kolonien, wo die Frauen in den brutalen Fesseln des Semi-Feudalismus gehalten werden.

Das Gerede von Gleichberechtigung, das mittlerweile zu einem Modetrend geworden ist, ändert nichts an dieser Tatsache. Was nützt es, dass jeder Modehersteller, wie z.B. H&M, mittlerweile T-Shirts mit der Aufschrift „Girl Power“ druckt, wenn diese Gesellschaft den Frauen keine echte Macht zugesteht?

Der sogenannte „Feminismus“ der Liberalen ist nichts als eine bedeutungslose Worthülse. Er scheitert, weil er die materiellen Bedingungen der Unterdrückung der Frau ignoriert. Er fokussiert sich stattdessen auf die Kultur, macht Feminismus zu einem zahnlosen Modebegriff und bemüht sich im Namen der Unterdrückten um Reformen, die bestenfalls einer kleinen Minderheit privilegierter Frauen nützen.

Was nützt es einer Krankenschwester oder einer Leiharbeiterin, dass sie jetzt auch von Frauen ausgebeutet werden kann?

Ein Ende patriarchaler Unterdrückung wird erst durch die Überwindung des kapitalistischen Systems möglich. Nur der gemeinsame Kampf der Arbeiterinnen mit ihren Klassengeschwistern für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung wird sie befreien. Was wir brauchen, ist ein Feminismus, der dem Volke dient, eine Frauenbewegung für uns!

ORGANISIERT EUCH UND KÄMPFT FÜR EINE WELT OHNE AUSBEUTUNG UND UNTERDRÜCKUNG!


Der 1. Mai in Freiburg

Zum Vorabend des 1. Mai führten wir gemeinsam mit einigen Genoss_innen eine Kundgebung in Freiburg Weingarten durch. Dort verteilten wir zunächst Flyer an Passant_innen und eröffneten dann die Versammlung mit ein paar Worten zur Begrüßung der Teilnehmer_innen. Nach unserer Begrüßung gab es zunächst einen Beitrag der Gruppe Solidarisch Kämpfen, die in Weingarten ihre Arbeit entwickelt. Anschließend hielten wir eine kurze Rede zur Tradition und Bedeutung des Kampftags der Arbeiter_innenklasse.

Auch das Angebot des offenen Mikrofons wurde von einem der Verastaltungsteilnehmer wahrgenommen. Zum Abschluss spielten wir die Internationale und verließen geschlossen den Kundgebungsort.

Am nächsten Morgen beteiligten wir uns am antikapitalistischen Block auf der DGB-Demo und verteilten erste Flugblätter zu unserer anstehenden Kampagne zum Proletarischen Feminismus.

Unser Fokus lag dieses Jahr ganz klar auf unserer Aktion in Weingarten. Diese war in ihrer Größe selbstverständlich nicht vergleichbar mit der offiziellen Demonstration am Folgetag. Dennoch war es uns wichtig, sie durchzuführen, um in den nächsten Jahren eine eigene Tradition etablieren zu können, die mit der Stagnation und Nachtrabpolitik der deutschen Linken bricht. Weite Teile des Proletariats sind nicht organisiert und haben keinerlei Bezug zu den gelben Gewerkschaften. Insbesondere Migrant_innen sind von der Praxis der Gewerkschaften und der politischen Linken weitgehend ausgeschlossen. Diese Ausgrenzung gilt es zu überwinden und die fortschrittlichen Elemente in Organisationen für den Klassenkampf zu integrieren. Dazu ist es unumgänglich, dass wir unsere Arbeit in den Vierteln der Arbeiter_innen intensivieren. Dabei müssen wir Mut haben, eigene Wege zu gehen und einen klaren Trennungsstrich zu den Opportunist_innen zu ziehen, die unsere Bewegung heute zurückhalten.

Aufruf: Kundgebung zum Vorabend des 1. Mai

Am 1.Mai 1886 trat die Nordamerikanische Arbeiter_innenbewegung in den Generalstreik um den Achtstundentag durchzusetzen. Mittlerweile, 133 Jahre später, wurde bereits die 60 – Stunden Woche, also der 12 Stunden Tag in Österreich, Ungarn und Polen eingeführt. Es scheint als ginge die Geschichte rückwärts und damit uns bald an den Kragen! Es ist der momentane Trend, dass Errungenschaften, die einmal erkämpft wurden, für den Großteil der Bevölkerung rückgängig gemacht werden. Doch wer ist dieser „Großteil der Bevölkerung“ ?
Es ist die Klasse der Arbeiter_innen, das Proletariat, diejenigen die ihre eigene Arbeitskraft als Ware an die Kapitalistenklasse verkaufen müssen, um über die Runden zu kommen und alle ihre Verbündeten, kurz gesagt die Massen oder das Volk. Im Gegensatz zum Staat ist die Staatsbürgerschaft für uns nicht relevant. Menschen ohne Staatsbürgerschaft sind für uns ebenso Teil des Volks.
133 Jahre ist es her und grundlegend hat sich seitdem nichts geändert: Die Arbeiter und Arbeiterinnen arbeiten und die Kapitalisten herrschen. Jedoch leben wir in einer Zeit verschärfter Konflikte und Machtschwankungen. Die imperialistischen Länder und ihre jeweils herrschende Klasse reagieren darauf indem sie immer stärker rückwärts gewandte bis faschistische Politik fördern, wobei dies oft über die eigenen Landesgrenzen hinweg geschieht um den Fluss von Profiten von ärmeren in reichere Länder zu sichern. Die Feinde der Völker formieren sich bereits auf internationaler Ebene: Trump in den USA, Le Pen in Frankreich, Erdogan in der Türkei, Modi in Indien, Orban in Ungarn, Bolsanaro in Brasilien, Guaido in Venezuela und viele andere, wie die AfD in Deutschland. Die deutsche Regierung, die vorgibt sich um die Menschenrechte zu sorgen, wenn es gerade darum geht den momentanen Putsch der USA in Venezuela zu rechtfertigen, schweigt wenn das Recht auf nationale Selbstbestimmung der Kurd_innen in der Türkei mit Füßen getreten wird, im Gegenteil: sie segnet die nächste Waffenlieferung ab und kriminalisiert die kurdische Freiheitsbewegung in Deutschland.
Diese Heuchelei, die uns überall umgibt, stimmt hoffnungslos und seit den 90er Jahren hält passend dazu die Parole vom „Ende der Geschichte“ Einzug; In den Tages- und Wochenzeitungen, auf Universitätsveranstaltungen und Parteitagen wird bequatscht, dass nun, wo die Sowjetunion und der Sozialismus in Osteuropa, so wie die DDR gefallen sind, der Kapitalismus, als Sieger im Kampf der Systeme alternativlos, das letzte Schicksal der Menschheit sei. Das “kapitalistische Paradies” ist seitdem ausgeblieben und in den Ländern des ehemaligen Sozialismus steigt, seitdem der Kapitalismus herrscht, kontinuierlich die Armuts- und Sterberate. Derweil machen sich die Liberalen einen Sekt auf ihren grandiosen Kapitalismus auf, obwohl unsere Löhne stagnieren, während Mieten und sonstige Kosten steigen, anderswo Kriege um Rohstoffe geführt werden und Puppenregime zur Plünderung der Dritten Welt installiert werden. Sie sagen, die Geschichte sei vorbei. Was sie eigentlich sagen wollen: “Eure Geschichte ist vorbei, unsere Geschichte, die der Kapitalistenklasse geht weiter!”

Zeigen wir ihnen, dass dem nicht so ist! gehen wir am Vorabend zum ersten Mai auf die
Straße und senden ein Zeichen an alle die im selben Boot sitzen, die unserer Klasse angehören!

30. April, 19:30, Einkaufszentrum Weingarten, Krozinger Straße, 79114 Freiburg

Plakataktion zum Tag der politischen Gefangenen

In der Nacht vom 17. auf den 18.03. wurden im Freiburger Stadtteil Stühlinger Plakate anlässlich des Tags der politischen Gefangenen angebracht. Ziel der Plakataktion war es, auf die Fälle von Murali Kannampilly alias Ajith und Musa Aşoğlu aufmerksam zu machen. Die Plakate sind mit QR-Codes versehen, die zu folgenden Links führen:

http://www.demvolkedienen.org/index.php/de/t-international/3062-internationaler-aufruf-zur-solidaritaet-mit-genossen-ajith

Ajith ist ein revolutionärer Kader der Kommunistischen Partei Indiens (maoistisch). Sie führt einen Volkskrieg für die Neudemokratische Revolution, eine Revolution die weltweit, auch in der Linken totgeschwiegen wird. Dabei sind die Maoist_innen in Indien ein leuchtendes Beispiel kommunistischer Praxis und darüber hinaus die einzigen, die den rückschrittlichen Zuständen, die der Imperialismus dort konserviert konsequent den Kampf angesagt haben. Die in Indien herrschenden Hindu-Faschisten tuen alles, was in ihrer Macht steht, um diese “größte Gefahr für die innere Sicherheit” zu beseitigen und begehen in diesem Kontext einen Genozid an der indigenen Bevölkerung. Seit 2015 ist Ajith Kriegsgefangener des indischen Staats.

Wir fordern Freiheit für Ajith!

Es lebe der Volkskrieg in Indien!

Musa Aşoğlu wurde 2016 in Hamburg verhaftet und im Februar diesen Jahres zu 6 Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Man wirft ihm vor, Mitglied der DHKP-C (Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front) zu sein. Die Klassenjustiz der BRD zeigt hier ihre widerliche Fratze, indem sie den gerechtfertigten Kampf gegen Unterdrückung kriminalisiert, während Reaktionäre wie Erdoğan mit deutschen Waffen beliefert werden, die in der Türkei und in Syrien für ethnische Säuberungen und einen Krieg gegen demokratische Bewegungen genutzt werden.

Wir fordern Freiheit für Musa!

Nieder mit der deutschen Klassenjustiz!

Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Der 8. März in Freiburg

Am 8. März nahmen auch wir an der Demo zum internationalen Frauenkampftag teil. Über 1000 Leute beteiligten sich an der Demo, die vom Platz der alten Synagoge über den Fahnenbergplatz und den Bertoldsbrunnen bis zur Johanneskirche zur Abschlusskundgebung zog. Auf der Demonstration waren neben der Freiburger Linken Szene auch unorganisierte Massen und kurdische Frauen vertreten.

Wir konnten mit einem Transparent mit der Aufschrift „Kampf dem Imperialismus – Für die Befreiung aller Frauen!“ und kämpferischen Parolen wie „Welle auf Welle, Schlag auf Schlag – gegen Imperialismus und Patriarchat!“ oder „Die BRD ist nicht unser Staat – Alle Macht dem Proletariat!“ auf uns aufmerksam machen und verteilten auf den Kundgebungen Flyer zum proletarischen Feminismus. Wir halten es für absolut notwendig, heute die Etablierung einer Klassenlinie in der Frauenbewegung zu propagieren und die liberale Hegemonie unter den Feminist_innen herauszufordern. Ein Feminismus, der nicht den Kapitalismus und seine mörderischen Folgen für Frauen auf der ganzen Welt angreift, bleibt zahnlos und kann uns nichts bieten, als leere Phrasen. Der Kampf der Frauen ist der Kampf des Proletariats für die Befreiung der Menschheit. Auch unser Transparent sollte dazu dienen, die Blindheit des bürgerlichen Feminismus für die Frauen der unterdrückten Nationen aufzuzeigen, die vom Imperialismus in den Ketten des Semifeudalismus gehalten werden und sich besonders grausamen Akten patriarchaler Gewalt ausgeliefert sehen.

Unser Flyer für den diesjährigen 8. März

Grundsätzlich ist es selbstverständlich zu begrüßen, dass sich so viele – vor allem junge – Menschen an den Aktionen anlässlich eines Kampftages wie dem 8. März beteiligen. Allerdings äußert sich der Mangel eines proletarischen Klassenstandpunkts selbstverständlich auch im Charakter solcher Demonstrationen und viele der dort propagierten Positionen bleiben kritikwürdig.

So stachen uns vor allem einige Schilder mit Aufschriften wie „Viva la Vulva“ ins Auge, die den Eindruck vermitteln, eine Frau ließe sich auf bestimmte Geschlechtsorgane reduzieren und somit eigentlich keinerlei Abgrenzung zur patriarchalen Kultur der Bourgoisie bieten.

Alles in allem sind wir jedoch zufrieden damit, wie die Demonstration für uns verlief und freuen uns auf die nächsten Monate, in denen wir unsere Arbeit für den Aufbau einer proletarischen Frauenbewegung intensivieren wollen.

Heraus zum 8. März!

Seit mittlerweile 98 Jahren findet jeden 8. März der internationale Frauenkampftag statt. Auch heute hat er nicht an Bedeutung verloren, denn die systematische Unterdrückung und Ausbeutung der Frau ist ein fester Bestandteil der Weltordnung des Kapitals.

Nach wie vor erhalten Frauen weniger Lohn für die gleiche Arbeit und ihnen wird darüber hinaus auch noch die sozial notwendige Reproduktionsarbeit aufgehalst. Patriarchale Gewalt gehört überall auf der Welt, ob in den imperialistischen Zentren oder der Peripherie zum Alltag von Milliarden Frauen.

Belästigungen, Vergewaltigungen und Frauenmorde; Die Gewalttätigkeit des Patriarchats tritt so offen zum Vorschein, dass selbst die herrschende Klasse sich gezwungen sieht, sie anzuerkennen.

Doch der (klein-)bürgerliche „Mainstreamfeminismus“ hat keinen anderen Zweck, als die Frauenbewegung zahnlos zu machen. Er ist eine Absage an die Befreiung der Frau, seine Lippenbekenntnisse zur Gleichberechtigung sind wertlos. Ein „Feminismus“, der die Ursachen für patriarchale Unterdrückung nicht angreift, verdient diesen Namen nicht.

Die patriarchale Kultur der kapitalistischen Gesellschaft ist unmittelbar bedingt durch ihre wirtschaftliche Basis. Die Unterdrückung der Frau wurzelt in der Etablierung des Privateigentums und muss daher auch im höchsten Stadium des Kapitalismus, dem Imperialismus, dauerhaft aufrechterhalten werden.

Imperialistische Beherrschung ist die Ursache vieler Praktiken, die Frauen und Mädchen besonders schwer treffen: Prostitution, „Sex-Tourismus“ und Menschenhandel sind die Konsequenz eines Systems, das die weibliche Sexualität zur Ware degradiert. Darüber hinaus werden die Neokolonien von den Imperialisten bewusst in halbfeudalen Zuständen gehalten, um zu garantieren, dass sie abhängig von ausländischem Kapital bleiben. Um diesen Zustand aufrechtzuerhalten wird jede emanzipatorische Bewegung zerschlagen und Gesellschaftsformationen aufrechterhalten, die die brutalsten und rückschrittlichsten patriarchalen Praktiken hervorbringen.

Auch in den Zentren des Imperialismus ist die unwissenschaftliche Pseudotheorie über die „minderwertige Natur der Frau“ noch lange nicht besiegt, was sich, wie oben bereits beschrieben beispielsweise darin äußert, dass Frauen weniger Lohn bekommen, weil ihre Arbeit als minderwertig angesehen wird. Auch sexuelle Gewalt und die Objektifizierung der Frauen hängt mit dieser Pseudotheorie zusammen.

Um das Patriarchat zu überwinden ist es notwendig, die feministische Bewegung auf einen klaren Klassenstandpunkt zu stellen. Die größten und schnellsten Fortschritte in den Lebensumständen der Frauen wurden möglich durch die welthistorischen sozialistischen Revolutionen, da es ihr Ziel war, die Klassengesellschaft abzuschaffen. Auch heute können wir am Beispiel der andauernden Volkskriege in Indien und den Philippinen beobachten, wie die Frauen in den befreiten Gebieten die Ketten des Semifeudalismus abwerfen und zu einer führenden Kraft in den revolutionären Kämpfen werden.

Lasst uns ihrem Beispiel folgen. Kämpfen wir gemeinsam gegen Kapital und Patriarchat!

Heraus zur Frauenkampfdemo am 8. März!

Freitag, 8. März, 17:00 Uhr, Platz der Alten Synagoge Freiburg