Nachbericht zum Klimastreik am 20.9.

Gemeinsam mit einem antikapitalistischen Block beteiligten wir uns in Freiburg am globalen Klimastreik. Insgesamt beteiligten sich rund 30.000 Menschen an der Demonstration. Aus dem Block wurden immer wieder kämpferische Redebeiträge gehalten und Flyer für eine Diskussionsveranstaltung des antikapitalistischen Bündnis verteilt. Diese wurde ab 19:00 Uhr mit etwa 50 Teilnehmer_innen erfolgreich durchgeführt. Auch hier organisierten Revolutionär_innen einen Infostand.

Wir dokumentieren hier den Redebeitrag einer Genossin:

Heute ist Klimastreik. Wir gehen heute nicht zur Arbeit, zur Uni oder zur Schule, um uns gemeinsam zu wehren gegen die Vernichtung unserer Lebensgrundlage. Bereits seit Jahrzehnten warnen renommierte Wissenschaftler vor den möglichen Konsequenzen des Klimawandels. Gleichzeitig verweigern sich die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft und unternehmen keinerlei Anstalten, schon lange überfällige Maßnahmen zu treffen.

Im Gegenteil, die Zerstörung der Umwelt wird sogar politisch aktiv gefördert: Die Bundesregierung subventioniert mit Milliardensummen Kohlekonzerne wie RWE und in Brasilien hatte der amtierende Präsident Jair Bolsonaro dazu aufgerufen, Brände im Amazonasregenwald zu legen, um neue Flächen für Weideflächen und den Anbau von Soja nutzbar zu machen.

Bereits seit Wochen brennt der Amazonasregenwald, der oft auch als einer der beiden Lungenflügel der Erde bezeichnet wird und die Politik macht keinerlei Anstalten, tatsächlich etwas daran zu ändern. Darüber hinaus wurden allein in den letzten 30 Jahren mehr als 400.000 Quadratkilometer Wald allein in Brasilien abgeholzt. Das ist mehr als die gesamte Fläche Deutschlands.

Die aktuellen Brände sind dabei keine Waldbrandtragödie, sondern ebenso wie die reguläre Abholzung Teil einer politischen Agenda. Bolsonaro, genau wie der komplette Staatsapparat dient den Monopolen und Großgrundbesitzern, die das Land durch bürokratischen Kapitalismus verwalten. Unter anderem deutsche Unternehmen wie VW oder die Deutsche Bank, die massiv Kapital nach Brasilien exportieren, profitieren von dieser Politik. So ist es auch nicht verwunderlich, dass eben diese Konzerne den Wahlkampf Bolsonaros massiv unterstützt haben, der bereits damals angekündigt hatte, die Abholzung des Regenwalds zu fördern und den Imperialisten größtmögliche Profitmaximierung zu garantieren.

Auch die Unterstützung großer Kohlekonzerne in Deutschland kommt nicht von ungefähr. Der deutsche Imperialismus strebt danach, eine globale Supermacht zu werden und wird diesen Status nicht erreichen ohne in offenen Konflikt mit anderen imperialistischen Mächten zu treten. Um in diesen Konflikten durchsetzungsfähig zu sein, muss die BRD sicherstellen, energiepolitisch unabhängig zu sein.

Dementsprechend fehlgeleitet sind auch die Appelle an das Gewissen der Politiker und Bonzen. Sie werden die Klimakrise nicht beenden. Sie sind unfähig, die Vernichtung unserer Lebensgrundlage aufzuhalten, weil die dafür notwendigen Maßnahmen ihren Klasseninteressen völlig entgegengesetzt sind. Stattdessen versucht man uns Scheinlösungen zu verkaufen. Man erzählt uns, wir müssten einfach bewusster konsumieren, uns vegan ernähren und nicht in den Urlaub fliegen. Sogar Maßnahmen wie eine CO2-Steuer sollen auf dem Rücken der Massen eingeführt werden.
All diese Maßnahmen sind nichts als Tropfen auf dem heißen Stein. Sie richten sich gegen uns, Arbeiterinnen und Arbeiter und ändern überhaupt nichts an den tatsächlichen Ursachen des Klimawandels. Nur 100 Unternehmen sind verantwortlich für 71% der industriellen Treibhausemmisionen weltweit. Und ihr wollt uns erzählen, wir wären schuld, weil wir mit dem Auto zur Arbeit fahren?

Wir müssen folgendes erkennen: Klimaschutz und Kapitalismus sind miteinander unvereinbar. Eine profitorientierte Produktionsweise führt zwangsläufig zu Überproduktion und Unterkonsumption. Sie schafft die Konkurrenz, die einen konsequenten Umweltschutz unmöglich macht. Stattdessen brauchen wir eine Wirtschaft, die demokratisch verwaltet, planmäßig produziert. Wir müssen diesem verrotteten System ein Ende setzen und es durch ein ganz und gar anderes ersetzen. Der revolutionäre Bruch, der dazu nötig ist, richtet sich zwangsläufig gegen die herrschende Klasse und ihre Diktatur, denn das Volk und nur das Volk ist die Triebkraft, die Geschichte schreibt. Wir rufen euch alle, Arbeiterinnen und Arbeiter, Jugendliche, Schülerinnen und Schüler dazu auf: Organisiert euch! Entwickelt den Kampf für eine revolutionäre Umweltbewegung im Dienste der Weltrevolution!

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